Auf den Spuren von Johann Flierl – 140 Jahre lutherisches Christentum in Papua-Neuguinea
„Ihr reist wie ein Feuer durch unser Land. Danke, dass ihr das Licht leuchten lasst!“ Dieser Satz begleitete uns während unserer vierwöchigen Reise durch Papua-Neuguinea. Vom 21. Juni bis 22. Juli 2026 reisten Dr. Friedrich Flierl, seine Frau Veronika und ich, Gerda Stollner, zu den Wurzeln der lutherischen Kirche und auf den Spuren von Johann Flierl.
Der Anlass war besonders: 50 Jahre selbstständige Evangelisch-Lutherische Kirche von Papua-Neuguinea (ELC-PNG) und 140 Jahre seit der Ankunft des ersten lutherischen Missionars Johann Flierl am 12. Juli 1886. Dr. Friedrich Flierl ist direkter Nachfahre des Missionars. Ich leite das Johann-Flierl-Museum in Fürnried und engagiere mich im Fachausschuss Papua-Neuguinea, Pazifik und Ostasien bei Mission EineWelt.
Von Goroka aus besuchten wir zahlreiche Gemeinden und Missionsstationen. Überall wurden wir mit Singsings, traditionellen Tänzen, Musik, Gottesdiensten und gemeinsamen Mahlzeiten empfangen. Besonders bewegend war der Besuch in Raipinka, wo die erste lutherische Kirche des Hochlandes steht und die Familiengeschichte von Friedrich Flierl eng mit diesem Ort verbunden ist. Die frühere Missionsstation soll zu einer Erinnerungsstätte und einem Museum werden – ein Projekt, das wir gerne unterstützen möchten.
Wir erlebten die große Bedeutung der deutsch-papua-neuguineischen Partnerschaft. Immer wieder wurden wir nach dem Johann-Flierl-Museum gefragt. Für viele Menschen ist es eine Brücke zwischen beiden Ländern. Bischof Dr. Jack Urame betonte, wie wichtig es ist, die Namen der alten Missionare auch in Deutschland lebendig zu halten.
Die Reise führte uns weiter über das Hochland, zum Lutheran Highlands Seminary in Ogelbeng, nach Madang und auf Karkar Island und zurück über Lae bis nach Port Moresby. Wir erlebten dabei nicht nur beeindruckende Landschaften und herzliche Begegnungen, sondern auch die Herausforderungen des Landes: schlechte Straßen, Stromausfälle, Erdbeben und schwierige Verkehrsverbindungen.
Höhepunkt war der große Festgottesdienst am 12. Juli im Sir John Guise Stadium in Port Moresby. Tausende Menschen feierten 50 Jahre ELC-PNG und 140 Jahre lutherische Geschichte.
Was bleibt, sind unzählige Begegnungen, Gespräche, Geschenke und Geschichten – und die Erkenntnis, dass Geschichte lebendig bleibt, wenn Menschen sich erinnern und Verantwortung für die Zukunft übernehmen.
Diese Reise hat uns verändert. Die Herzlichkeit der Menschen und ihre tiefe Verbundenheit mit der gemeinsamen Geschichte werden uns begleiten: „Ihr reist wie ein Feuer durch unser Land. Danke, dass ihr das Licht leuchten lasst!“
Gerda Stollner, Sommer 2026
Ausführlicher Bericht von Gerda Stollner über die Reise nach Papua-Neuguinea im Sommer 2026.