Gäste aus Papua-Neuguinea zu Besuch
Am Sonntag, den 8. März, wurden im Johann-Flierl-Museum besondere Gäste von Mission EineWelt erwartet. Ursprünglich sollte eine Delegation der Kirchenleitung aus Lae in Papua-Neuguinea anreisen. Aufgrund der angespannten Lage im Nahen Osten mussten jedoch Flüge ausgesetzt werden, sodass die Delegation ihre Reise leider nicht antreten konnte.
Umso größer war die Freude darüber, dass Pfarrer Arnim Dörfer, Referatsleiter für den Pazifik mit dem Schwerpunkt Papua-Neuguinea bei Mission EineWelt, dennoch kommen konnte. Er gestaltete die Liturgie im Gottesdienst und brachte als besondere Gästin Susan Fumapa von der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Papua-Neuguinea mit. Sie war die erste Frau ihres Landes, die ein Theologiestudium absolvierte. Da es in Papua-Neuguinea bislang keine Frauenordination gibt, kann sie jedoch nicht als Pfarrerin tätig sein. Heute wirkt sie als Direktorin des Lutheran Church College in Banz.
In der Martin-Luther-Kirche in Poppberg in der Kirchengemeinde Fürnried predigte Susan Fumapa über den Bibeltext aus Johannes 12, Verse 1 bis 7. In ihrer Predigt berichtete sie eindrucksvoll über die Situation der Frauen in Papua-Neuguinea und zog zugleich Vergleiche zur Situation in Bayern. Außerdem erinnerte sie an die Ankunft des jungen Missionars Johann Flierl vor 140 Jahren in Finschhafen im damaligen Kaiser-Wilhelms-Land.
Viele Missionare verloren während ihres Dienstes ihr Leben; ihre Gebeine ruhen bis heute auf den frühen Missionsstationen in Neuguinea. Ihr Dienst, ihr Leiden und ihr Tod seien – so Fumapa – zum „Dünger“ für das Missionsfeld geworden, auch wenn dieser Weg mit großem Leid verbunden gewesen sei. Besonders würdigte sie die Kinder der Missionare, sowohl der Pioniermissionare als auch der heute noch lebenden, und sprach ihnen ihren großen Respekt aus. Die Kraft der Verkündigung des Evangeliums habe wesentlich dazu beigetragen, dass frühere Stammeskriege, Blutrache und Gewalt überwunden werden konnten.
Nach dem Gottesdienst besuchte die Gruppe den Geburtsort von Johann Flierl in Buchhof. Begleitet wurden die Gäste von zwei jungen Volontären von Mission EineWelt, Miame Atenciana von den Philippinen und Christoph Yako Babusa aus Kenia.
Der anschließende Besuch im Johann-Flierl-Museum in Fürnried, der eigentliche Anlass der Reise, hinterließ bei allen Beteiligten einen bleibenden Eindruck. Pfarrer im Ruhestand Georg Pilhofer führte durch das Museum und berichtete anschaulich aus dem Leben des Missionars Johann Flierl sowie davon, wie die christliche Botschaft ihren Weg bis nach Papua-Neuguinea fand. Auch Gerda Stollner, Vorsitzende des Fördervereins „Leben und Wirken des Missionars Johann Flierl e. V.“, zeigte sich sehr erfreut über die Begegnungen und Gespräche dieses besonderen Tages.
Gerda Stollner